Leben

Flieger

Geboren wurde Jan Peter 1968 in Merseburg an der Saale, im ehemaligen Bezirk Halle. Wenn Bitterfeld zu DDR-Zeiten eine traurige Berühmtheit wegen seiner Umweltverschmutzung erlangte, so konnte Merseburg diese Werte noch in den Schatten stellen. Die zwei größten Chemiekombinate der DDR – Leuna und Buna – umzingelten regelrecht die uralte Domstadt und über den Dächern der Neubaublocks zogen im Tiefflug die Jagdflugzeuge der in der Stadt stationierten sowjetischen Gardeflieger ihre Runden.

Jan Peter besuchte nach der zehnklassigen POS die Merseburger EOS Ernst Haeckel. Mit 16 gründete er dort die Schülerband „Auf eigene Gefahr“, kurze Zeit später zusammen mit Peter Liebe in Leipzig die legendäre Formation „H-Milch aus Bagdad“, die bis 1993 existierte. Nach dem Abitur 1987 ging Jan Peter nach Leipzig, arbeitete als Unterwäscheverkäufer, Briefträger und Hilfspfleger in der Psychatrie. Er trat der „Initiativgruppe Hoffnung Nikaragua“ bei und engagierte sich bei den Friedensgebeten in der Leipziger Nikolaikirche.

DAZ

Im Herbst 1989 trat Jan Peter ins Neue Forum ein und wurde Mitglied der Pressegruppe und Verantwortlicher Redakteur der Informationsblätter des Neuen Forum, die auf den Leipziger Montagsdemonstrationen verteilt wurden. Aus dieser Gruppe ging im Januar 1990 die Leipziger Andere Zeitung (DAZ) hervor. Peter wurde mit 22 Jahren Mitgründer und Chefredakteur der DAZ und ein Jahr später Mitgründer und Herausgeber des bis heute als Stadtmagazin fortbestehenden KREUZER.

Die DAZ erschien 64 Ausgaben lang bis zum April 1991. Dann musste sie ihren Betrieb einstellen. Jan Peter ging als Chefreporter zur Wochenzeitung DIE ANDERE nach Berlin, bis auch diese letzte Zeitung der Bürgerbewegung 1992 in Konkurs ging.

Le Vision

Im September 1993 gründete Jan Peter zusammen mit Katja Herr und Yury Winterberg die Leipziger Film- und Fernsehproduktionsfirma LE Vision. Im Rahmen dieser Firma entstand u.a. 1998 der erste Leipziger Kinospielfilm nach mehr als 70 Jahren: „Over the Rainbow“, den Jan Peter als Regisseur verantwortete. 2001 strahlte das ZDF die Sendereihe „Die geheime Inquisition“ aus, bei der Yury Winterberg und Jan Peter weltexklusiv Zugang zum Geheimarchiv der römischen Inquisition und zum damaligen Präfekten der Glaubenskongregation in Rom, Joseph Ratzinger, erhielten.

Im Sommer 2008 verkaufte Jan Peter weitgehend seine Gesellschafteranteile an der LE VISION und konzentrierte sich auf seine Arbeit als Regisseur und Autor. Im Februar 2011 stellte die LE VISION nach beinahe zwanzig Jahren als eine der wichtigsten ostdeutschen Produktionsfirmen ihren Betrieb ein.

Heute verwirklicht Peter seine Filme vor allem gemeinsam mit Firmen wie LOOKS (Leipzig/Berlin), DOKFilm (Potsdam) und Gebrüder Beetz (Berlin/Hamburg). Außerdem arbeitet er mit internationalen Partnern für Koproduktionen und Projektentwicklung zusammen.

Seit 2006 lebt Jan Peter in Leipzig und Berlin.

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